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Wind und Welle oder der Weg zur natürlichen Aufrichtung:
Takt und Losgelassenheit sind die ersten Punkte der Skala der Ausbildung. Losgelassenheit bedeutet das gleichmäßige An- und Abspannen der Muskulatur. Da das Pferd ein Spiegel seines Reiters ist, gehört dazu ein ebenso losgelassener Reiter. Dazu gehört die neutrale also mittige Position des Beckens, aus dem heraus sich die Wirbelsäule natürlich aufrichtet.
In dieser Position sind wir stark und beweglich zugleich. Unsere Pferde entwicken Tragkraft und Durchlässigkeit- Was wir häufig für einen geraden Sitz tun, führt zu Verspannung und Anstrengung. “Wind und Welle” schaffen bequemem Vorasusuetzungen für anmutiges Reiten.
Steffi gibt sich Mühe gerade zu sitzen Nun sitzt sie leicht in Wind und Welle. Ihre Stute kommt in Balance
Wie lässt sich diese Position finden:
Wir beginnen auf einem Stuhl. Setzten Sie sich nach vorne, so dass die Oberschenkel frei sind. Spüren Sie ihre Sitzbeine auf dem Stuhl? Rollen Sie etwas mit dem Becken auf dem Stuhl vor und zurück, so können Sie spüren, dass ihre Sitzbeine wie Kufen angelegt sind. Man kann etwas auf ihnen rollen, und es gibt eine Sitzposition, bei der die Sitzbeine dazu beitragen dass Sie sich leiht aufrichten können.
Ein Helfer kann eine Hand an ihr Kreuzbein legen, also an den oberen Teil des Beckens auf der Rückseite des Körpers. Dort versucht er sie nach vorne zu drücken.
Schiebt er sie dabei leicht nach vorne, oder kostete es Sie Kraft am Platz zu bleiben? Kippt der Stuhl oder halten stemmen sie die Füße in den Boden?
-> Dann ist ihr Becken noch nicht in der neutralen Position.
Stellen Sie sich nun vor, sie stehen im Wasser. Von hinten kommt eine große Welle. Sie nehmen eine Position ein, in der die Welle ihnen nichts anhaben kann. Spüren Sie wie ihr unterer Rücken bei dieser Idee länger wird? Wie die Verspannung in der Lendenwirbelsäule verschwindet?
Lassen Sie ihren Partner noch mal drücken, und spüren sie, ob sie stärker geworden sind, mit weniger Kraft.
Das Kreuzbein, wird durch die Vorstellung aufrecht gestellt, sie können sich auch vorstellen, dass sie den Bauchnabel mehr Richtung Wirbelsäule rollen, achten Sie aber darauf, nicht die Luft anzuhalten. Spielen Sie mit den Positionen, bis sie einen Platz gefunden haben, an dem sie so stabil sind, dass der Druck der Hand des Partners egal geworden ist, und sie wirklich sitzen wie der Fels in der Brandung, sich dabei aber problemlos bewegen können, also mit den Armen schlenkern, frei atmen, sogar die Fersen abwechselnd vom Boden heben können.
So haben sie die Basis ihres Körpers aufgerichtet, nun folgt der Oberkörper.
Lassen Sie ihren Partner eine Hand auf ihr Brustbein legen, wieder versucht er sie nach hinten zu schieben. Beginnen Sie den Druck immer achtsam, sind sie stabil, kann er sich weiter steigen, sind sie es noch nicht, soll es ihnen auch keinen Schaden zufügen. Also nicht ruckartig drücken, sondern achtsam. Wahrscheinlich ist es leicht sie nach hinten zu schieben, auch wenn sie nicht wollen. Das Brustbein ist weiter weg von der Körpermitte und somit sind sie unstabiler. Wenn Sie sich nun jedoch vorstellen, dass sie sich in den Wind lehnen, ihr Brustbein also in eine Position bringen in der es parallel zum Kreuzbein steht, wird sich das ändern. Auch hier sind sie dann stark und bewegen sich nur noch so wie sie wollen. Und das mit Leichtigkeit.
 Die Meisten meiner Schüler fühlen sich nun erst mal sehr krumm, auf Fotos kann man sehen, dass es anders ist. Die Wirbelsäule ist länger, die S Kurven sind nicht mehr extrem, die Spannung wurde entlassen, doch das ist ungewohnt und fühlt sich erst falsch an. Ein paar Fotos können dieser Sorge Abhilfe schaffen, und schon nach kurzer Zeit fühlt man sich wohl und aufrecht in der neuen Position. Finden Sie diese Position in der Brustbein und Kreuzbein parallel zueinander sind, auch auf dem Pferd und spüren Sie wie viel freier ihr Pferd sich bewegt wenn sie nicht mehr angespannt sondern losgelassen drauf sitzen. Takt und Losgelassenheit werden sich schnell verbessern, und sie sitzen bequemer.
Lassen Sie sich Zeit sich an dieses neue Gefühl zu gewöhnen, denken Sie nicht über richtig und falsch nach, sondern suchen sie Bewegungsfreiheit, Stabilität und Bequemlichkeit. So kann ihr Reiten mehr zum leichten Tanz werden als zum anstrengenden Sport.
Wer sich so gerade “fühlt”(1. Bild), empfindet dass neutrale Becken (2. Foto) erst mal als “runder Rücken” Fotos helfen, dass neue Körperbewusstsein anzunehmen. Ebenso Schmerzfreiheit, Beweglicheit und ein losgelassenes Pferd. 2. Foto: Gabrelle macht die 1. Reitstunde: Ohne Angst und Anstrengung: natürlich aufgerichtet
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