Barcelona

Ganz in der Nähe der wunderbaren Stadt Barcelona liegt der Dressurstall, am Hang eines Berges. Soweit das Auge sehen konnte, Wald, und der Hang so steil, dass der Stall auf 3 Etagen verteilt ist. Außenreitplätze und Paddocks sind auf einer Etage, die Aussenboxen eine Treppe tiefer auf 2 verschiedenen Ebenen, ebenso wie die Halle. Das Wohnhaus über alledem auf einer weitere Etage. Koppeln gab es keine, nur 2 Paddocks auf denen die ca. 35 Pferde hin und wieder Auslauf hatten.

Natürlich gab es Andalusier, doch auch viele andere Rassen fanden sich in den Ställen. In meinem Kurs nur deutsche Warmblüter, darunter der wunderbarere Weltmeyer Sohn der Kursorganisatorin Claudia Fischer.

In Spanien auf englisch zu unterrichten, mit Unterstützung der 2 deutschen Teilnehmerinnen, und einem französischen Reitlehrer war ein besonderes Erlebnis. Ich bewunderte Claudia zutiefst, die abends beim Essen problemlos zwischen den 4 Sprachen wechselte, je nachdem mit wem sie sich unterhielt. Zu meinem Glück konnten alle englisch.

Der Reitkurs verlief an sich nicht viel anders als in Deutschland. Die Ausrüstung der Dressurreiter ebenso wie das Pferdematerial war ähnlich, auch hier hatten sich die Schlaufzügel, oder wie sie in Amerika genannt werden “German Reins” eingefunden. Die Reiter meines Kurse nutzen dieses Hilfsmaterial nicht. Sie waren alle auf der Suche wirklich gut zu reiten.

Und das taten sie. Es erstaunt mich immer wieder, das gerade in den südlichen Ländern, die Männer viel leichter mit dieser Art des Unterrichts arbeiten können, als in Deutschland. Auch hier waren sie aufgeschlossen, konzentriert und interessiert. Fanden sich gut zurecht im Spüren und Bewegen lassen von ihrem Pferd.

Claudias Reitlehrer saß wie angewachsen im Sattel, man sah, er hatte seine helle Freude daran. Da war kein verbissenes Reiten, kein Kampf um Macht und Kraft, sein Reiten war spielerisch, sowohl er, als auch sein Pferd hatten wirklich Freude.

Wie man sich denken kann, brauchte er keine zusätzlichen Hilfsmittel, er ritt gut genug die Pferde reell über den Rücken zu reiten, und war mit mir einer Meinung, dass die Pferde über ihre Haltung zeigen wie es ihnen geht. Er freute sich, dass sein Schüler über Centered Riding Hilfen erhielten unabhängiger und leichter auf dem Pferd zu sitzen.

Doch es gab auch andere. Viele ritten mit zusammengeschnürten Pferden, nicht anders als in vielen deutschen Ställen. Ein Mann ging mit einem spanischen Schimmel und einem armdicken Knüppel über den Hof. Ich fragte die andern, was er macht: Er müsse mit seinem Pferd spazieren gehen, der sei krank, hieß es. Der Knüppel sei, um das Pferd zu maßregeln wenn es nicht gehorchte. Das war schockierend, aber zu der Zeit, da ich da war, ein Einzelfall, so dass ich mich auf die schöne Zeit und die interessanten Gespräche mit meinen spanischen Schülern konzentrieren konnte.

Danke Claudia